Alexandra Stucki das erste Mal im Schweizer Nati-Dress

von Jasmine Kündig / 12.08.2021

Die Stabhochspringerin Alexandra Stucki konnte erstmals in ihrer noch jungen Leichtathletik-Karriere internationale Erfahrung sammeln und brillierte mit Top-Leistungen.

Am Wochenende vom 31. Juli und 1. August reiste ein 34-köpfiges Team nach Franconville, Frankreich, zum U18-Länderkampf. Nachdem die U18 EM letztes Jahr um ein Jahr verschoben und dieses Jahr komplett abgesagt wurde, lancierte man den Länderkampf, bei dem Nachwuchstalente trotz allem internationale Wettkampfluft schnuppern können. Mit je einer U18-Athletin und einem U18-Athleten pro Disziplin reiste auch die Schweiz mit einer schlagkräftigen Delegation nach Frankreich. Darunter auch unsere 17-jährige Stabhochspringerin Alexandra Stucki.
Nach zehn Stunden Car-Fahrt kam das Schweizer Team im Pariser Vorort an. Anschliessend wurden die National-Tenues verteilt und mit dem jeweiligen Coach die eigenen Ziele für den bevorstehenden Wettkampf besprochen. «Mein Ziel war es mit Freude und Lockerheit den Wettkampf zu bestreiten und das Ganze in vollen Zügen zu geniessen», erzählt Alexandra. Die letzten Wochen vor dem bisherigen Highlight der Nachwuchsathletin verliefen etwas harzig. «Im Training hatte ich immer wieder Probleme mit dem langen Anlauf, weswegen ich mit meinem Coach entschieden habe, in Franconville mit bloss acht Schritten anzulaufen».
Wie sie es sich vorgenommen hatte, ging Alexandra am Wettkampftag mit Freude ans Werk. «Ich war unglaublich nervös. Gerade auch, weil ich nur mit meinem kurzen Anlauf an den Start ging. Als ich dann aber zu meinem ersten Sprung anlief, fiel die Nervosität ab», erzählt Alex. Mit bloss acht Schritten Anlauf überquerte sie ohne Probleme alle Höhen bis und mit den 3.65m. Damit verbesserte sie an ihrem ersten internationalen Wettkampf ihre PB mit dem kurzem Anlauf um ganze 15cm. Trotz gelungenem Sprung riss sie auf 3.75m, eine Höhe, die sie bisher noch nie an einem Wettkampf übersprungen hat. Mit 3.65m sprang Alex am dritthöchsten vom Teilnehmerfeld und punktete hervorragend für das Schweizer Team.
Bild 2
Bild 4
«Ich war so happy», erzählt die Nachwuchsathletin mit einem riesen Strahlen im Gesicht. «Ich musste auch ein, zwei Freudentränchen verdrücken. Das ganze Erlebnis war sehr emotional für mich». Auf Wolke sieben schwebend, war die 17-Jährige nun bereit an der Seitenlinie ihre Teammitglieder anzufeuern und zu entspannen. «Plötzlich hiess es, dass ich in der 4x100m Staffel als Ersatz einspringen müsse, weil sich eine Athletin aus dem Staffelteam verletzt hatte. So musste ich mich von neuem fokussieren». Trotz nicht ganz gelungener Übergabe konnte Alex den Rang halten und überquerte die Ziellinie als Zweite. Die restlichen Stunden feuerte sie ihr Team an und genoss jede Sekunde davon. «Nach diesem Wochenende hatten alle keine Stimme mehr», erzählt sie lachend.
Nach einem Abstecher zum Eiffelturm am Sonntag machte sich das Schweizer U18-Team auf den Rückweg. Die zusammengewürfelte Truppe aus der ganzen Schweiz belegte am Ende den vierten Schlussrang. Das Erlebnis hat das Team richtig zusammengeschweisst. Auch bei Alexandra nimmt ihre internationale Premiere einen speziellen Platz im Herzen ein: «Es ist wohl das Schönste, was ich bis jetzt erlebt habe». Von den Erfahrungen, die sie an diesem Sommerwochenende in jungen Jahren sammeln konnte, wird sie bestimmt noch lange profitieren: «Das Wochenende hat mir noch mehr Motivation gegeben, an mir zu arbeiten und zu trainieren, damit ich künftig viele weitere solch geniale Erlebnisse haben und mit tollen Menschen teilen darf».
Unsere Hochwächtlerin konnte am Tag X ihre Höchstleistungen abrufen und diese spezielle Erfahrung mit viel Freude geniessen. Die internationale Premiere ist damit mehr als geglückt.
Weiterempfehlen