Eine Klatsche für die Hochwacht Zug
von Raphael Baumann / 02.06.2019
Am vergangenen Samstag begaben sich 30 Athletinnen und Athleten des Leichtathletikvereins Hochwacht Zug nach Hochdorf, um an den Schweizer Vereinsmeisterschaften zu starten. Ja, sie haben richtig gelesen. Die Hochwacht Zug stellte nach über 10 Jahren Abwesenheit wieder eine Frauenmannschaft an der SVM. Die Frauen starten in der Promotionsliga B, die Männer starteten nach dem freiwilligen Rückzug aus der Nationalliga C neu in der Promotionsliga A.
Bei den Vereinsmeisterschaften muss ein Verein beinahe sämtliche Disziplinen der Leichtathletik absolvieren. Entsprechend sind sowohl kräftige Werfer, grossgewachsene Hochspringer als auch filigrane Ausdauerläufer gefragt.
Ohne Druck und mit einer riesen Vorfreude reisten wir in einem ZVB Bus, angeführt von Coach Andy Imfeld und Roger Grob gemeinsam nach Hochdorf und installierten erst einmal unser Zelt und fassten die von Urs Affentranger designten SVM T-Shirts. Leider unterlief dem ansonsten stets zuverlässigen T-Shirt Designer in diesem Jahr ein folgenschwerer Fehler. Die Frauen Shirts trugen ebenfalls die Aufschrift „Männerteam“. An das neue Frauenteam müssen wir uns wohl erst noch gewöhnen. Jasmin Kündig, welche massgeblich zur Bildung des Frauenteams beigetragen hat, musste verletzungsbedingt passen und konnte nur als Zuschauerin anreisen.
Staffeln mit einigen Problemen
Los ging es mit der 4x100m Staffeln, welche den Wettkampf traditionsgemäss eröffnen. Die Männer kamen nicht recht auf Touren. Die zweite Staffel wurde nach einem Wechselfehler disqualifiziert, die erste Staffel erreichte das Ziel in bescheiden 46.12s. Den Frauen lief es nicht viel besser. Mit 56.75s klassierten sie (Frauchiger Michèle, Henggeler Ramona, Moos Elena und Bütler Shana) sich auch am Schluss der Rangliste.
Im anschliessenden 800m Lauf rannten Raphael Baumann, Thomas Umbach und David Rodriguez leider in den hinteren Regionen der Rangliste. Immerhin Raphi erzielte eine neue persönliche Bestzeit. Den Frauen lief es ebenfalls nicht viel besser. Shana Bütler, Michèle Frauchiger und Melina Knüsel erzielten für ihre Verhältnisse gute Zeiten, mussten sich aber den meisten Konkurrentinnen geschlagen geben.
Bild 1
Unsere Teams mussten von Anfang an leiden, zeigten dann aber doch noch die eine oder andere starke Reaktion. Wie jedes Jahr konnten wir uns wieder auf unsere starken Werferinnen und Werfer Simon Burri, Urs Simeon, Tim Müller, Patrick Bieler, Sandra Bieler, Alisa Fomenka, Rahel Utters und Carla Fischer verlassen. Patrick Bieler schleuderte den Speer auf 47.91m und holte damit 20 Punkte. Seine Schwester Sandra tat es ihm gleich und kam auf eine tolle Weit von 34.82m, was zugleich der Disziplinensieg war. Die Geschwister Bieler meinte dann auch: „Gemeinsamem als Familie einen Wettkampf zu bestreiten macht schon unheimlich Spass – wenn dann sogar die Mama noch dabei ist, ist das top.“ Es sollte jedoch der einzige Sieg an diesem Tag für die Hochwacht Zug sein. Simon Burri gelang im Kugelstossen mit 10.83m eine ansprechende Weite. Rahel Utters stiess die Kugel auf 8.35m.
Unser einziger Söldner im Team Florin Wey aus Schwyz zeigte für seine Verhältnisse mit 10:38.52 min über 3000m eine ansprechende Leistung, wenn man an die erbarmungslose Hitze denkt. Gut 20 Sekunden schneller war Raphael Baumann, der mit dieser Leistung aber ebenfalls nicht zufrieden sein konnte. Den Beiden gelang es nicht, das Ruder herumzureissen und namhafte Punktgewinne zu erzielen.
Mässige Leistungen der Weitspringer
Im Vorjahr noch eine Paradedisziplin der Hochwächtler, war an diesem Samstag im Weitsprung der Wurm drin. Amal Fonseka erreichte 5.55m und Adrian Koch lediglich 5.25m. Schlimmer noch, die Sprünge von Stefan Ammann fielen nachträglich aus der Wertung, weil bei der Anmeldung etwas schief gelaufen ist. Auch die Frauen brillierten nicht und mussten mit den hinteren Rängen vorlieb nehmen. Shana Bütler war im Weitsprung die beste Hochwächtlerin. Mit 4.15m konnte sie aber ebenfalls keine namhaften Punktgewinne erzielen.
Etwas besser ging es im Hochsprung. Fabio Truttmann übersprang 1.80m, Stefan Ammann 1.75m und Adrian Koch 1.70m. Bei den Frauen zeigte Alisa Fomenko mit 1.25m den besten Sprung. Doch auch die wertvollen Punkte der Hochspringer reichten nicht, um eine richtige Aufholjagd zu lancieren.
Bild 2
Tran Whitney sorgte später am Nachmittag für eines der wenigen Highlights für die Hochwacht. Über 100m Hürden erreichte sie den zweiten Rang und gewann ihre Serie souverän. Bei den Männer waren es Fabio Truttmann und Amal Fonseka, welche einige Punkte gewannen.
Letztlich war es an den Sprinterinnen und Sprintern ihren Beitrag zum Gelingen zu leisten. Leider überzeugten unsere Sprinter weder über 100m noch über 400m vollends. Immerhin Marco Simeon verpasste die SM Limite über 400m mit 52.76s nur knapp und darf mit sich zufrieden sein. Er schlug zum ersten Mal seinen Teamkollegen Ramon Imlig in einem Wettkampf. Über 100m mussten die Hochwächtler mit den hinteren Rängen vornehmen. Reto Simeon konnte aber seinen älteren Bruder bis zur 50m Marke ärgern und war lange Zeit in Führung. Danach übersprintete Marco sowohl Reto als auch Cyril Kischel. Bei den Frauen war es Tran Whitney, welche am schnellsten über 100m sprintete.
Enttäuschendes Schlussresultat
Wie man es aus der bisherigen Berichterstattung bereits erahnen kann, hatte die beiden Teams der Hochwacht Zug nichts mit den vorderen Rängen zu tun. Die Männer wurden 7. Dies ist nach dem letztjährigen sechsten Rang in der um einiges stärker besetzen Nationalliga C eine Enttäuschung. Vor zwei Jahren erreichte man dort sogar noch den vierten Rang. Schlimmer noch, im direkten Duell gegen unseren Stadtrivalen LKZ setzte es eine empfindliche Niederlage ab. Die LKZ’ler verpassten den Aufstieg in die Nationalliga C nur knapp und schlugen uns deutlich. Herzliche Gratulation hierzu.
Das Frauen Team wurde am Schluss 4. Für die neue junge Truppe, die sich ein Podestplatz erhofft hat, war auch das eine kleine Enttäuschung. Aber hier steht ein Team erst am Anfang und kann sich über die nächsten Jahre sicher noch steigern.
Wie weiter?
Das Männerteam hat eine herbe Niederlage kassiert. Es gilt Mund abwischen und es im nächsten Jahr besser machen. Dazu gehört auch, dass man wieder vermehrt junge Athleten ins Team einbaut, da das Durchschnittsalter bereits erschreckend hoch ist. Umso wichtiger ist aber, dass alle Athleten weiter fleissig trainieren und Wettkämpfe bestreiten.
Bei den Frauen sieht es erfreulicher aus. Hier war ein junges Team am Start, das eine grosse Zukunft vor sich hat, wenn in den nächsten Jahren neue Athletinnen eingebaut werden können.
Das Positivste zum Schluss. Der Tag war nicht einfach und dennoch herrschte innerhalb des Teams ein super Zusammenhalt. Selten hat der Verfasser eine so verschworen SVM Truppe gesehen. Dies zeugte auch davon, dass praktisch alle Athletinnen und Athleten am gemütlichen Nachtessen im Pulverturm in Zug teilnahmen und die Revanche für das nächste Jahr planten. Wie sagt ein altes Sprichwort: Nach einer herben Niederlage folgt ein grosser Sieg.
Bild 3
Weiterempfehlen